Themenbereich: Prozesstechnik

Pyrolyse von Reifen - recovered Carbon Black (rCB)

Wenn von Kreislaufwirtschaft die Rede ist, zählen Reifen bisher nicht unbedingt zu den Materialien, an die der Verbraucher denkt. Allerdings werden allein in der EU jedes Jahr rund 3,4 Millionen Tonnen so genannter "Altreifen" (end-of-life tires, ELTs) gesammelt (Quelle: ETRMA-Daten für 2017, WBCSD Tire Industry Project 2019). Die Herstellung dieser Reifen verbraucht eine Menge natürlicher Ressourcen und erzeugt während des Herstellungsprozesses eine beträchtliche Menge an CO2.

Mit einem Anteil von ca. 73 % der Industrieruß (sogenanntes Carbon Black)-Nachfrage ist die EU-Reifenindustrie der größte Konsument der ca. 1,8 Millionen Tonnen virgin Carbon Black, die jährlich in der EU verbraucht werden (Quelle: Notch Consulting, Prognose 2020 vor COVID). Jede Tonne virgin Carbon Black erfordert bei der Herstellung 1,5 - 2,0 Tonnen Öl und setzt etwa 2,5 - 3 Tonnen CO2 frei.

»In zahlreichen Tests mit verschiedenen rCB-Qualitäten hat das ICX-System überragende Mahl- und Sichtleistungen gezeigt, die den wechselnden Anforderungen perfekt Rechnung tragen.«

Manfred Salgert, Geschäftsführer NEUMAN & ESSER Process Technology

Pyrolyse mit Altreifen

Durch die Wiederverwendung von Carbon Black wird die Größe des Kohlenstoff-Fußabdrucks nun um fast 80 % reduziert, weshalb die meisten großen Reifenhersteller anstreben, in naher Zukunft eine beträchtliche Menge dieses sogenannten recovered Carbon Black (rCB) einzusetzen. Continental hat sich zum Ziel gesetzt, den Einsatz von Recyclingmaterial bis 2025 von 4 % auf 10 % zu erhöhen.

Altreifen stellen einen energiereichen Werkstoff dar und haben in letzter Zeit als Ressource für Öl, Gas, Stahl und vor allem wiedergewonnenes (recovered) Carbon Black große Aufmerksamkeit erregt. In der Vergangenheit lag das Hauptaugenmerk der Reifenpyrolyseindustrie noch nicht auf rCB, das als Gummifüllstoff und als Pigment verwendet werden kann. Mittlerweile rückt dieses Material jedoch immer weiter in den Fokus, weil er den Wertbeitrag einer modernen Pyrolyseanlage erheblich steigern kann.

Produkte des Pyrolyseprozesses

Vermahlen von rCB: ICX-System von NEUMAN & ESSER Process Technology

ICX 1600 für rCB

Recovered Carbon Black ist ein Verbundmaterial mit unterschiedlicher Zusammensetzung, abhängig von den Reifeneinsatzmaterialien und den verwendeten Prozessbedingungen. Es muss nach dem Verlassen des Pyrolysereaktors einem zielgerichteten Mahl- und Sichtprozess zugeführt werden, da die Partikelgrößenverteilung des Pyrolyseproduktes extrem breit ist – die Abmessungen der Einzelpartikel reichen von wenigen Mikrometern bis hin zu mehreren Zentimetern. Unvermahlenes rohes recovered Carbon Black ist zwar von geringem Wert, dieser kann jedoch durch Aufbereitung mittels Zerkleinerung und Klassierung um das bis zu Zwanzigfache gesteigert werden. In zahlreichen Tests mit verschiedenen rCB-Qualitäten hat das Prallsichtermühlen(ICX)-System von NEUMAN & ESSER Process Technology überragende Mahl- und Sichtleistungen gezeigt, die den wechselnden Anforderungen perfekt Rechnung tragen.

Wertsteigerung von rCB

NEUMAN & ESSER Process Technology und ihr patentiertes ICX-Mahlsystemdesign haben ihre Fähigkeiten in dieser wachsenden Branche bereits unter Beweis gestellt. Die einzigartige Leistungsfähigkeit der ICX steigert den Wert von rCB noch weiter, da die gewünschte Feinheit von d97=6-20 µm bei hohen Durchsätzen auf sehr energieeffiziente Weise erreicht wird. Das NEA ICX System stellt somit für die Zerkleinerung und Klassierung von rCB eine echte Alternative zu den erheblich energie- und wartungsintensiven Strahlmühlen dar.  

Typische Partikelgrößenverteilung von rCB

rCB vor der Vermahlung
Vermahlenes rCB < 10 μm, visualisiert mit optischem Mikroskop

Im nächsten Blogbeitrag erfahren Sie mehr über NEUMAN & ESSER Process Technology.
Am 28. August wird es um die Modernisierung von Kugelmühlen mit DCX Sichter gehen.